Begehren im Standesamt

Was hat das Thema Begehren mit dem Standesamt zu tun? Unter anderem mit dieser Frage haben sich 8 Musikstudierende aus Basel, Salzburg, Linz, Nürnberg und Feldkirch Anfang Dezember beim HUGO-Workshop beschäftigt. Mit dabei: eine Entdeckungsreise zur wohl eindrucksvollsten Villa Feldkirchs.

 

2017-12-01-Hugo-Workshop@Victor Marin (4)NW„Ich bin hier, weil ich mich frage, wie man Musik und ein Thema so verknüpfen kann, dass es sich maßgeschneidert anfühlt.“ Wenn Bella Adamova aus Basel spricht, so spricht der Ehrgeiz aus ihr: „Natürlich möchten wir beim HUGO-Wettbewerb gewinnen, aber erstmal geht es darum, sich auf diese Herausforderung einzulassen und Neues auszuprobieren.“
Der HUGO-Workshop am 1. Dezember war der erste Impuls für dieses Neue.  Er ist Teil des HUGO-Wettbewerbs im Februar, bei dem bis zu 5 Teams aus 5 Musikhochschulen gegeneinander um die beste Konzertidee antreten. Das Siegerteam kann das erarbeitete Konzept im Sommer gemeinsam mit den Montforter Zwischentönen und dem Technikteam des Montforthauses umsetzen. Und damit vor Publikum eine neue Konzertform uraufführen.

Verknüpfungen, die vertiefte Erfahrungen schaffen

„Es gibt nur wenige, aber entscheidende Vorgaben: Eine besondere Location in Feldkirch, ein Thema und ein Budget. Wir möchten, dass die Studierenden unter gewissen Parametern ihre Kreativität entfalten – und das ist ihnen bisher auch immer gelungen.“, so Hans-Joachim Gögl, künstlerischer Leiter der Montforter Zwischentöne. „Dieses Jahr sind wir in der Villa Claudia, in der auch das Standesamt von Feldkirch seit den 90er Jahren seinen Sitz hat. Im Sommer beschäftigen wir uns mit dem Thema ‚begehren – Über das Verlangen‘, da war dieser Ort in unseren Augen naheliegend.“

2017-12-01-Hugo-Workshop@Victor Marin (6)NWBeim Konzertdesign geht es um die Verknüpfung aller Faktoren, die für eine Erfahrung mit Musik relevant sind. Entscheidend ist nicht in erster Linie die Musikauswahl, sondern eine Auseinandersetzung mit der vorliegenden Architektur, dem Licht,  dem Bühnensetting, den Beteiligungsmöglichkeiten des Publikums und der Kontextualisierung der Musik. Auf diese Weise  bespielten bisherige HUGO-Teams schon den Schwurgerichtssaal zum Thema streiten, die Johanniterkirche zum Thema Pause, und das Alte Hallenbad zum Thema träumen. Alle Konzerte waren vor allem eines: eine neue, vertiefte Erfahrung für das Publikum und die Musikerinnen.

Nach dem Workshop ist vor dem Wettbewerb

Villa Claudia, Foto: Victor RomanBei der Besichtigung der Villa Claudia sprudelten schon die ersten Ideen und damit auch Fragen und Diskussionen. Lassen sich die Räume der Villa Claudia parallel bespielen? Wie hell ist es am Konzerttag? Begehrt man immer nur das, was man nicht haben kann? Macht die Begierde blind? Und ist das Standesamt tatsächlich ein Ort der Begierde?

Die Konzepte für den Wettbewerb werden bis Januar von den Teams erarbeitet. Bis zu 5 Teams werden dann wieder eingeladen nach Feldkirch um ihre Konzertideen zu präsentieren. Die Vertreterin aus Nürnberg, die mit 5 Stunden Anreise wohl die weiteste Strecke zurück gelegt hat, meinte jedenfalls: „Egal, wie es ausgeht, die Anreise zum Workshop hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich konnte wirklich einiges aus dem Workshop für mich als Musikerin mitnehmen.“

Für alle, die sich für die Konzept der HUGO-Teams interessieren, empfehlen wir den HUGO-Wettbewerb am 22. Februar 2018 im Montforthaus Feldkirch.

 

 

Feldkirch am 20.6.2016 Montforter Zwischentoene Konzert HUGO-Gewinnerinnen 2016 in der Johaniterkirche, Symphonie du Silence, Pause zwischen Flucht und Genuss.

Feldkirch am 20.6.2016 Montforter Zwischentoene Konzert HUGO-Gewinnerinnen 2016 in der Johaniterkirche, Symphonie du Silence, Pause zwischen Flucht und Genuss.