Ein Hoch auf die Ungewissheit

Die Gewissheiten zu Grabe tragen: Haben wir das nicht schon längst getan? Und ist das gar kein Verlust, sondern eine hervorragende Sache? Mit ihrer Trauerrede beim ersten der drei Begräbnisse im Alten Hallenbad sprach  Alice Lagaay den Trauergästen Mut zu. Die Ungewissheit anzunehmen, im Wissen, dass es wohl so viel unterschiedliches Wissen (das ja in der Gewissheit steckt) gibt wie Menschen auf der Erde, ist in den Augen der Philosophin kein Verlust, sondern gerade das, was das Leben so spannend, reich und vielseitig macht. Die Vision einer Gesellschaft, in der alles gewiss ist, entlarvte Lagaay als Dystopie, vor der wir uns in Acht nehmen sollten.

Mit der (scheinbaren) Gewissheit spielte auch die Installation der Baukünstler Christina Schlüter, Helmut Dietrich und Hugo Dworzak: Das feste Bild der Kirchenfenster, die jenen der Kathedrale von Chartre nachempfunden waren, veränderte unmerklich seine Erscheinung und stellte die Gemeinde vor die Frage nach der Gewissheit der eigenen Wahrnehmung.

Fotos: Victor Marin

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (2)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (6)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (4)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (7)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (11)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (33)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (32)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (27)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (21)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (36)

2020-02-26_Zwischentoene_Begraebnis-Gewissheiten_Foto_Victor-Marin (40)