Ein Lob der Balance

Sind das Zeiten der Muße – wenn wir Freizeitbeschäftigungen nachgehen, uns Hobbys widmen oder in den Urlaub fahren? Thomas Macho stellte gestern bei seiner Trauerrede im Alten Hallenbad fest, dass sie es in den meisten Fällen nicht sind. Aus einem Grund: Die Arbeit als „heilige Kuh“ der Leistungsgesellschaft ist derart mit Wichtigkeit überladen, dass sie bis in die scheinbar arbeitsfreien Bereiche des Lebens vordringt. Selbst wenn wir „nichts“ tun, tun wir dies noch mit derselben Haltung: als gelte es, eine Arbeitsleistung mit produktivem Ergebnis zu erbringen. So wird Arbeit zur Falle, aus der es kein Entkommen gibt.

Als Zeugen für die wahre Muße rief Macho die antiken Denker an. Für sie hatte die Muße die Funktion, den Ausgleich zu schaffen zwischen den Polen des Lebens. Arbeiten oder Nichtstun, Wachsein oder Schlafen, Tag oder Nacht: Muße sorgt für das rechte Maß von allem. Damit es nicht zu Überhängen kommt, die für die Menschen dann zum Schaden werden.

Fotos: Vitor

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