Hugo 2020 – das sind die Siegerinnen

Zwischentoene 20-1 HUGO

Beim Finale des internationalen Studierendenwettbewerbs der Montforter Zwischentöne konnte sich gestern Abend das Kollektiv XYlit durchsetzen.

Zu den Impressionen

Gestern Abend ging im Festsaal des Vorarlberger Landeskonservatoriums bei freiem Eintritt das Finale des Konzertwettbewerbs für neue Konzertformate über die Bühne.

Die Entscheidung für die Sieger fiel eindeutig aus: Aus den vier zum Pitch eingeladenen Teams setzte sich das Kollektiv XYlit durch. Mit seinem Beitrag „Traumlandschaft“ überzeugte das Team aus Leipzig nicht nur die Jury, auch das Publikum sprach sich mit seiner Stimme für das Konzept aus. Auf dem zweiten Platz landete „The hell is real“ des Teams aus Nürnberg, auf Platz drei der Feldkircher Beitrag „Wir sind Bärenkreuzung“.

 

Eine Reise zu Paula Ludwig

Ausgangspunkt für die „Traumlandschaft“ ist Paula Ludwig (1900-1974). In Text, Ton, Bild und Szene wird das Publikum auf einer Forschungsreise durch das Leben und Werk der Feldkircher Autorin und Malerin geführt.

Dabei verbindet das Kollektiv XYlit Erinnerungssplitter, Anekdoten und andere biographische Abzweigungen, die Ludwigs Leben markierten, mit Eigenkompositionen (Vertonungen von Texten von Paula Ludwig) und Kompositionen von Zeitgenoss*innen. In der Besetzung werden Electronics mit Jazz- und klassischem Orchesterinstrumentarium verschmelzen – und die musikalischen Grenzen zwischen den Genres verschwinden.

Die international besetzte Jury ließ sich von den Klang-Laut-Wort-Malereien und der hochgradig eklektischen Mischung des Konzepts überzeugen. Was das Kollektiv in den zehn Minuten gezeigt hat, entspreche genau jener ausgeprägten Gleichzeitigkeit, die es im Musiktheater immer brauche.

Zwischentoene 20-1 HUGO

 

Uraufführung beim Sommerschwerpunkt

Nach dem Hugo-Pitch ist vor der Hugo-Uraufführung. Das Siegerprojekt wird am 10. Juni 2020 im Rahmen des Sommerschwerpunktes bei den Montforter Zwischentönen uraufgeführt. Ort der Aufführung ist erstmals der Große Saal im Montforthaus. Man darf gespannt sein, wie das Kollektiv XYlit die 695 m² Fläche in eine Bühne für das Konzert von Morgen verwandelt.

Die Hugo-Sieger erhalten 1.000 Euro Preisgeld. Für die Umsetzung steht ein professionelles Produktionsbudget zur Verfügung. Beides, Preisgeld und Produktionsbudget, wird vom Kulturkreis Montforthaus gesponsert, der damit junge Talente unterstützen möchte.

Finale im Rahmen des Symposiums „Musik und Gesellschaft“
Das Finale des Hugo-Wettbewerbs fand in diesem Jahr als Teil des Symposiums „Musik und Gesellschaft“ statt, bei dem das Vorarlberger Landeskonservatorium neue Lösungen, praktische Beispiele und Erfahrungen zu Musikprojekten für gesellschaftliche Entwicklung präsentiert und diskutiert.

 

Statements der Jury zum Siegerbeitrag

„Die Klanginstallation hatte eine Sogwirkung, die mich in etwas hineingeführt hat. Da sehe ich großes Potential, vor allem, weil szenisch viel los war. Das hat mir gefallen und Lust auf mehr gemacht.“

Maximilian Maier, Musikredakteur Bayerischer Rundfunk

„Beim Hugo ist es wie bei James Bond. Man bekommt einen Trailer, der Lust machen muss auf mehr. Und das ist hier unglaublich geglückt. Ich möchte unbedingt sehen, wie es weitergeht.“

Sarah Wedl-Wilson, Rektorin Hanns Eisler Hochschule für Musik, Berlin

„Ich bin begeistert. Hier wurde szenisches, dramaturgisches, lichtgestalterisches und musikalisches Können bewiesen – und das kann auf alle Fälle umgesetzt werden, weil die das können.“

Peter Paul Kainrath, Intendant Klangforum Wien

„Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Mich interessiert es sehr, wie das in der Gesamtlänge funktionieren wird.“

Frauke Bernds, Leiterin Konzertplanung Kölner Philharmonie

Zwischentoene 20-1 HUGO