Das Begräbnis der Gewissheiten

Ein Nachruf der Philosophin Alice Lagaay. Musik Vienna Reed Quintet.

Mittwoch, 26. Februar, 19 Uhr
Altes Hallenbad Feldkirch

Ticket: 18 Euro

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Wir sind von einer verwirrenden Gleichzeitigkeit von Informationen umgeben. Die ehrwürdige Autorität des Lexikons wurde hinweggefegt von einer unüberschaubaren Menge sich ständig aktualisierender Wissensquellen. Sogenannte Leitmedien, aus denen noch vor wenigen Jahren mehrheitlich dieselben Nachrichten und ihre Deutungen bezogen wurden, haben an Einfluss verloren.

Die machtvollen historischen Leuchttürme der Weltanschauung, wie etwa Kirchen oder Großparteien, verlieren ihre Vormachtsstellungen. Zu zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen gibt es Dutzende von sich völlig widersprechenden Meinungen angesehener Expertinnen und Experten.

Fluch oder Segen? Waren nicht viele Gewissheiten Auslöser von Ausgrenzungen, Konflikten, Kriegen? Welches Lebensgefühl entsteht aus dieser Relativität von Standpunkten? Aufbruchsgeist? Schrebergartentum? Ironie? Fundamentalismus? Trauerfeier oder Tanz auf dem Grab?

Die Trauerrednerin

Alice Lagaay ist Professorin für Ästhetik und Kulturphilo-sophie im Design Department der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Philosophie der »negativen« Performanz (Schweigen, Nicht-tun, Indifferenz…). Sie ist Mitgründerin des internationalen Forschungsnetzwerkes Performance Philosophy (performancephilosophy.org) und Mitherausgeberin einer Buchreihe zum gleichen Thema. Sie hält regelmäßig Vorträge und Workshops – auch außerhalb der Universität – zu Strategien des Widerstandes gegen die Überforderungen der Leistungsgesellschaft. Letzte Buchveröffentlichung: Wissen Formen. Performative Akte zwischen Wissenschaft und Kunst. (Hg. mit A. Seitz, transcript 2018)

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