Das Begräbnis der Muße

Trauerrede des Philosophen Thomas Macho. Musik Vienna Reed Quintet.

Freitag, 28. Februar, 19 Uhr
Altes Hallenbad Feldkirch

Ticket: 18 Euro

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Einen Sklaven erkennt man unter anderem daran, dass er über keine Muße verfügt. Wir arbeiten, um Muße zu haben, schreibt Aristoteles. Begriffe, die den alten Begriff der Muße charakterisieren sind frei verfügbare Zeit, Verzögerung und Langsamkeit. Ein antikes Ideal, das bereits in der Neuzeit skeptisch gesehen wurde: »Müßiggang ist aller Laster Anfang«.

Heutige scheinbar verwandte Begriffe hören sich an wie die Zombies einer ursprünglichen lebenskünstlerischen Praxis: Wellness, Work-Life-Balance, Quality Time oder … chillen. Aus der Freiheit, sich Zeit zu nehmen ohne Nutzen und Zweck, scheint ein Effizienzsteigerungsprogramm für unsere eigene wirtschaftliche Verwertbarkeit geworden. Haben wir Muße, um effizienter zu arbeiten?

Der Trauerredner

Thomas Macho gehört zu den renommiertesten Philosophen und Kulturwissenschaftlern des deutschsprachigen Raums. Er forschte und lehrte von 1993 bis 2016 als Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin, 1984 habilitierte er sich mit einer Habilitationsschrift über Todesmetaphern. Seit 2016 leitet er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) der Kunstuniversität Linz in Wien. 2019 wurde er mit dem Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Zu seinen neueren Monographien zählen: Das Leben ist ungerecht. St. Pölten/Salzburg: Residenz 2010; Schweine. Ein Portrait. Berlin: Matthes & Seitz 2015; Das Leben nehmen. Suizid in der Moderne. Berlin: Suhrkamp 2017.

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