L’Orfeo – Aufbruch ins Unmögliche

Musik aus Monteverdis Oper und Reflexionen des Theologen Reimer Gronemeyer. Es spielt das Ensemble Concerto Stella Matutina.

Samstag, 29. Februar, 20 Uhr
Montforthaus Feldkirch, Montfortplatz 1, 6800 Feldkirch

Ticket 1. Kategorie: 45 Euro
Ticket 2. Kategorie: 35 Euro

Tapas und Aperitif vor dem Konzert in der Montforthaus Gastronomie E3 genießen: 15 Euro pro Person. Dieses Angebot kann im Tourismus- und Kartenbüro im Montforthaus gebucht werden.

Dieses Stück war eines der größten musikalischen Experimente der Musikhistorie. Erstmals wurde eine Geschichte mit Musik erzählt, die Oper war geboren.

Und was für eine Geschichte! Orpheus verliert am Tag seiner Hochzeit durch einen Schlangenbiss seine Braut Euridice. Er wagt das scheinbar Unmögliche, bricht ein gottgegebenes Tabu und macht sich auf in die Unterwelt, um seine Geliebte aus dem Totenreich zurückzuholen.

Auf dem Weg in die Unterwelt beschreibt Monteverdi eine der berührendsten Szenen der Operngeschichte: Am Styx, dem Fluss, der die Unterwelt von den Lebenden trennt, wird Orpheus aufgefordert, »alle Hoffnung zurückzulassen«. Er singt den Fährmann in den Schlaf und setzt mit dessen Kahn über den Fluss.

Die Themen dieser wahrscheinlich berühmtesten Liebesgeschichte unserer Kultur sind: Wie umgehen mit der Katastrophe zwischen Verzweiflung und Auflehnung? Wie überschreitet man Grenzen, dringt zu dem für unmöglich Gehaltenen vor? Und schließlich: Was kommt nach dem endgültigen Scheitern?

Diese existenziellen Fragen des Mythos reflektiert der Theologe und Soziologe Reimer Gronemeyer im Konzert frei in direkter Resonanz auf die Musik!

Reimer Gronemeyer, Reflektionen
Reimer Gronemeyer verbindet die rhetorische Brillanz des ehemaligen Pastors und die inhaltliche Tiefe des Professors für Soziologie an der Universität Gießen. Der Theologe und Soziologe gehört zu den führenden, viel leicht auch provokantesten Experten rund um das Thema ›in Würde altern‹, und beschäftigt sich darüber hinaus mit zentralen gesellschaftspolitischen Fragestellungen wie Gerechtigkeit und Teilhabe. Seine letzten Publikationen tragen Titel wie: »Unsere Kinder. Was sie für die Zukunft wirklich stark macht«, »Altwerden ist das Schönste und Dümmste, was einem passieren kann« oder »Tugend: Über das, was uns Halt gibt«.

Jakob Pilgram, Orpheus, Tenor
Als gefragter Solist im In- und Ausland erarbeitete er sich ein fundiertes Wissen über die historische Aufführungspraxis. Er stand als Gastsänger auf den Bühnen der Theater Basel, Bern und Luzern und ist seit 2005 Bestandteil des Origen-Ensembles, mit dem er bei zahlreichen Uraufführungen mitwirkte. 2005 gründete Jakob Pilgram das professionelle Vokalensemble »larynx« und ist zudem Mitglied mehrerer professioneller Vokalfor-mationen wie dem »Balthasar Neumann-Chor«.

Tanja Vogrin, Euridice, Mezzosopran & Harfe
Aus Liebe zur Alten Musik beschäftigt sie sich mit verschiedenen historischen Harfen und vorklassischen Gesangstechniken und begleitet sich auch selbst an der Harfe. Zurzeit lebt sie in der Schweiz, wo sie an der Schola Cantorum Basiliensis im Juni 2015 ihr Masterstudium in Barockharfe bei Heidrun Rosenzweig absolviert hat. Am gleichen Institut bleibt sie weiterhin mit mittelalterlichen Gesangsstudien in der Klasse von Kathleen Dineen, wie auch mit »Advan-ced vocal ensemble studies« unter Leitung von Anthony Rooley und Evelyn Tubb beschäftigt.

Concerto Stella Matutina, Orchester
Seit Beginn der Montforter Zwischentöne arbeiten wir intensiv mit einem der besten Barockorchester Europas zusammen, dem aus Vorarlberg stammenden Ensemble Concerto Stella Matutina. Gastspiele führten die Formation zu vielen renommierten Festivals wie den Internationalen Barocktagen Stift Melk, dem Origen Festival Graubünden oder dem Rheingau Festival. Das Ensemble wurde 2019 mit einem Opus Klassik ausgezeichnet. In Kooperation mit den Zwischentönen sind zuletzt neue Konzertformate entstanden wie Bachs Matthäus-Passion mit einer Video-Installation zum Thema Zivilcourage (2019), Händels Messias mit Live-Übertragungen von Interviews des Reporters Hanno Settele (2016) oder Purcells Fairy Queen mit Fotografien von René Dalpra und Improvisationen des Psychoanalytikers Eugen Drewerman (2017).

Diese Veranstaltung hat die Green Event Zertifizierung.

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