Tobu – Trio für sechs

Konzert für drei Spielende und drei Wartende.

Donnerstag, 21. November, 19 Uhr
Altes Hallenbad, Reichenfeldgasse 10, Feldkirch

Tickets 18 Euro

Pierre Favre und Chris Jaeger am Schlagzeug
Georg Breinschmid und Heiri Känzig am Kontrabass
Peter Madsen und David Helbock am Klavier

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Das klassische Jazz-Trio in doppelter Besetzung. Zwei Meister kommen mit ihren Meister-Schülern, ein Vorgänger mit seinem Nachfolger. Der eine spielt, der andere wartet jeweils auf seinen Einsatz und übernimmt im Flug. Mitten im Stück.

 

Pierre Favre und Chris Jaeger, Schlagzeug

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Der heute 82-jährige Pierre Favre gehört seit den 1960er-Jahren zu den international prägenden Musikerpersönlichkeiten, die dem Schlagzeug neue Klangwelten erschlossen haben. Mit Größen wie Paul Motian, Fredy Studer und Nana Vasconcelos formierte er ein Perkussionsensemble, das die melodischen Möglichkeiten des Schlagzeugs in eine neue Dimension rückte.

Für dieses Format wählte er seinen Schüler Chris Jaeger (41) aus, den er am Konservatorium Luzern unterrichtete. Dieser erhielt 2015 das Auslandsstipendium New York der Stadt Zürich, seit 2016 wird sein künstlerisches Schaffen von der Arvore Stiftung unterstützt.

 

Heiri Känzig und Georg Breinschmid, Kontrabass

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Geboren in New York bewegt sich Heiri Känzig seit jeher auf internationalem Parkett. Schon mit 21 Jahren begleitete er den großen Bebop-Trompeter Art Farmer. Er ist ein virtuoser Techniker, dessen Klanglichkeit und Wendigkeit in den unterschiedlichsten Kontexten zur Geltung kommt. Internationale Anerkennung schuf sich Känzig als langjähriger Hausbassist des Vienna Art Orchestra.

Ende der 1990er-Jahre wurde Georg Breinschmid dort sein Nachfolger. Dieser studierte klassischen Kontrabass und war Orchestermusiker u.a. bei den Wiener Philharmonikern. Georg Breinschmid gilt als einer der vielseitigsten und virtuosesten Bassisten der internationalen Jazzszene. Seine unorthodoxen Kompositionen an der Schnittstelle zwischen Jazz, Klassik und Wienerlied werden von Ensembles wie dem Stuttgarter Kammerorchester oder dem Australian Chamber Orchestra aufgeführt.

 

Peter Madsen und David Helbock, Piano

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Peter Madsen (64) ist ein herausragender New Yorker Jazz-Pianist, der vor Jahren Vorarlberg als Basislager seiner internationalen Konzerttätigkeit gewählt hat und seitdem einen unschätzbaren Einfluss auf die Musikszene des Landes ausübt. Unter anderem als Lehrer von David Helbock. Er performt regelmäßig mit den renommiertesten Kollegen in Japan, Brasilien oder den USA, komponierte bereits über 500 Stücke und publizierte mehr als 100 CD-Aufnahmen.

Aus dem Schüler wurde längst einer der international erfolgreichsten Pianisten seiner Generation. Zweimal wurde David Helbock (35) Preisträger beim weltweit größten Jazz-Piano-Solo-Wettbewerb des Jazzfestivals Montreux, er erhält begeisterte Kritiken für seine CDs und tourt mit seinem Trio permanent durch Europa, Amerika und Asien.


 

Entwicklung neuer performativer Formate

Ein Fokus der Montforter Zwischentöne ist die Entwicklung neuer performativer Formate. Dafür einen Raum für Versuch, Irrtum und die Gestaltung künstlerischer Prototypen anzubieten, ist ein Schwerpunkt unseres Selbstverständnisses. »Tobu«, japanisch für »springen« ist eine Uraufführung in diesem Geist. Inspiriert von dieser Geschichte: Bei besonders anspruchsvollen Werken der traditionellen japanischen Theaterform »Noh«, sitzt hinter dem Musiker jeweils eine assistierende zweite Besetzung. Oft Vater und Sohn, manchmal Lehrer und Nachfolger. Bei einer dieser Aufführungen soll sich ein betagter Meister während des Stückes plötzlich umgewandt und sein Instrument an seinen Schüler weitergereicht haben. Als Akt seines Rückzugs und der wertschätzenden Übergabe an seinen künstlerischen Erben.

Inspiriert davon, entwickelten wir ein Konzertformat für ein klassisches Jazztrio, bei dem Klavier, Schlagzeug und Bass mit jeweils zwei Musikern besetzt sind. Künstlerpersönlichkeiten, die in einem Lehrer/Schüler- oder Vorgänger/Nachfolger-Verhältnis stehen. Die Spielregel lautet für jeden der drei jeweils Spielenden, im Rahmen eines improvisierten Konzertes das Instrument während des Stücks mit seinem jeweiligen Doppelgänger zu tauschen. Wann und wie oft im Laufe eines Werkes an den Partner übergeben wird entscheidet der jeweilige Spieler selbst.

Dies erfordert höchste Aufmerksamkeit und eine schöpferische Geistesgegenwart für die jeweiligen Duos sowie das gerade musizierende Trio. Die Wartenden wissen nicht, wann sie übernehmen werden. Die Spielenden müssen blitzschnell auf die Impulse des neu Dazukommenden reagieren.

Fragen für die Zuhörenden

  • Wie stark hören wir innerhalb eines Werks die Unterschiede musikalischer Mentalitäten, Interpretationsstile oder ästhetischer Vorlieben verschiedener Spieler desselben Instruments?
  • Wie ändert sich der Sound der gesamten Formation, wenn ein Musiker das Ensemble verlässt und ein anderer seinen Platz einnimmt?
    Wie klingt dasselbe Instrument von einem anderen gespielt?
  • Nehmen wir die emotionelle Beziehung zwischen den jeweiligen Musikern, den unterschiedlichen Generationen und ihre musikalische Wahlverwandtschaft wahr?

 

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